EMS-Training kennt man normalerweise aus Fitnessstudios. Dort trainiert man mit einem Trainer und einem speziellen Anzug, der elektrische Impulse an verschiedene Muskelgruppen sendet.
In den letzten Jahren sind jedoch immer mehr EMS-Systeme für zuhause auf den Markt gekommen. Damit soll ein intensives Ganzkörpertraining möglich sein – ohne Studio, oft in nur 20 Minuten pro Einheit.
Als ich mich vor einigen Jahren das erste Mal mit dem Thema beschäftigt habe, war ich ehrlich gesagt ziemlich skeptisch.
Kann ein Training wirklich funktionieren, wenn man nur 20 Minuten trainiert? Bevor du dich für ein EMS-Gerät entscheidest, solltest du wissen, wie oft EMS Training überhaupt sinnvoll ist.
Und lohnt es sich wirklich, mehrere tausend Euro für ein EMS-System auszugeben?
Um das herauszufinden, habe ich selbst einen EMS-Anzug über mehrere Wochen getestet und mich zusätzlich intensiv mit den aktuell verfügbaren Geräten beschäftigt.
In diesem Artikel zeige ich dir:
- meine persönlichen Erfahrungen mit EMS-Training zuhause
- worauf man beim Kauf achten sollte
- welche EMS-Geräte aktuell interessant sind
Bevor du dich für ein EMS-Gerät entscheidest, solltest du klären, ob EMS Training zuhause überhaupt sinnvoll ist.
Meine Erfahrung mit EMS-Training zuhause
Ich trainiere seit über 10 Jahren Krafttraining und seit etwa 5 Jahren hauptsächlich im eigenen Homegym in meiner Garage.
Mein Training besteht aktuell aus:
- Kurzhanteltraining
- Klimmzugtraining
- Rudern auf dem Rudergerät
- Walkingpad
- EMS-Training (solange mir der Anzug als Leihgerät zur Verfügung steht)
In der Regel trainiere ich dreimal pro Woche im Homegym. Zusätzlich spiele ich einmal pro Woche Tennis und gehe gelegentlich noch entspannt laufen.
Den EMS-Anzug habe ich etwa 12 Wochen getestet und in dieser Zeit ungefähr 15 Trainingseinheiten durchgeführt.
Mein Training bestand aus klassischen Übungen wie:
- Squats
- Planks
- Rudern
- Liegestützen
Der Unterschied zum normalen Training ist, dass während der Übungen elektrische Impulse zusätzliche Muskelkontraktionen auslösen.
Beim ersten Training war ich ehrlich gesagt überrascht, wie intensiv sich das anfühlt. Ich hatte die Intensität der Elektroden relativ hoch eingestellt – ein typischer Anfängerfehler.
Nach einigen Einheiten hat sich der Körper schnell an die Impulse gewöhnt.
Was mich besonders überrascht hat:
Nach nur 20 Minuten Training war ich wirklich erschöpft – ähnlich wie nach einer deutlich längeren Trainingseinheit.
Der größte Vorteil für mich ist deshalb klar:
Man kann ein intensives Training absolvieren, ohne viel Zeit investieren zu müssen.

Wie funktioniert EMS-Training?
EMS steht für Elektromyostimulation.
Dabei werden Muskeln zusätzlich zur normalen Bewegung durch elektrische Impulse stimuliert. Die Elektroden befinden sich meist in einem speziellen Trainingsanzug oder in einzelnen Trainingsmodulen.
Während man Übungen ausführt, sendet das System elektrische Impulse an die Muskeln. Dadurch ziehen sich die Muskeln stärker zusammen als bei normaler Bewegung allein.
Mehrere Studien zeigen, dass regelmäßiges Ganzkörper-EMS-Training die Muskelkraft verbessern kann. Eine Studie der Universität Bayreuth untersuchte beispielsweise die Effekte von EMS-Training auf Muskelkraft und Körperzusammensetzung.
Trotzdem sollte EMS-Training nicht als vollständiger Ersatz für klassisches Krafttraining betrachtet werden. Viele nutzen es eher als Ergänzung zum normalen Training.


Worauf sollte man beim Kauf eines EMS Geräts achten?
Beim Kauf eines EMS-Systems gibt es einige wichtige Punkte.
Anzahl der Elektroden
Je mehr Elektroden ein System hat, desto mehr Muskelgruppen können gleichzeitig trainiert werden.
Ganzkörper-EMS-Anzüge bieten hier deutlich mehr Möglichkeiten als einfache Bauchtrainer.
Bedienung über App
Moderne EMS-Systeme werden meist über eine Smartphone-App gesteuert. Darüber lassen sich:
- Trainingsprogramme auswählen
- Intensitäten einstellen
- Trainingsdauer steuern
Eine gute App macht das Training deutlich einfacher.
Anziehen und Setup
Ein Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die Dauer bis man den Anzug richtig eingestellt hat.
Beim ersten Training kann das Setup durchaus 15–20 Minuten dauern. Sobald man seine Intensitäten einmal eingestellt hat, geht es jedoch deutlich schneller.
Bei meinen späteren Trainingseinheiten war ich meist nach weniger als fünf Minuten startbereit.
Reinigung
Beim EMS-Training schwitzt man relativ stark. Deshalb sollten die Anzüge problemlos gewaschen werden können.
Viele Hersteller liefern dafür spezielle Wäschesäcke mit.
Kabel oder kabelloses System
Einige Systeme arbeiten noch mit Kabelverbindungen, andere sind komplett kabellos.
Kabellose Systeme bieten deutlich mehr Bewegungsfreiheit.
Die besten EMS Geräte für zuhause im Vergleich
| EMS Gerät | Elektroden | Trainingsart | App | Besonderheit | Bewertung | Kaufen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Eaglefit EMS Connect | 28 | Ganzkörper | ja | Waden + Unterarmelektroden, Gruppentraining | ⭐⭐⭐⭐⭐ | Jetzt sichern |
| Eaglefit EMS Pro | 24 | Ganzkörper | ja | klassisches Ganzkörper-EMS | ⭐⭐⭐⭐⭐ | Jetzt sichern |
| Visionbody EMS | 24 | Ganzkörper | ja | kabelloses EMS | ⭐⭐⭐⭐ | Jetzt ansehen |
| Antelope EMS Shorts | 20 | Ganzkörper | ja | Ganzkörpertraining | ⭐⭐⭐ | Jetzt ansehen |
| Antelope EMS Leggings | 22 | Ganzkörper | ja | zusätzliche Wadenelektroden | ⭐⭐⭐ | Jetzt ansehen |
| Eaglefit EMS Bauchtrainer | 6 | Bauch | ja | günstiger Einstieg | ⭐⭐⭐ | Jetzt sichern |
Meine Empfehlung für EMS-Training zuhause
⭐ Meine persönliche Empfehlung für EMS Training zuhause
✔ Ganzkörpertraining
✔ zusätzliche Elektroden für Waden und Unterarme
✔ einfache App-Steuerung
Eaglefit EMS Connect
Der Eaglefit EMS Connect ist eine Weiterentwicklung des klassischen EMS-Anzugs und gehört aktuell zu den umfangreichsten EMS-Systemen für zuhause.
Der Anzug besitzt 24 Elektroden für das Ganzkörpertraining. Zusätzlich verfügt das Connect-System über vier weitere Elektroden:
- zwei Elektroden für die Waden
- zwei Elektroden für die Unterarme
Damit lassen sich Muskelgruppen trainieren, die bei vielen anderen EMS-Systemen nicht direkt angesprochen werden.
Ich habe den Eaglefit Connect Anzug über etwa 12 Wochen getestet und in dieser Zeit rund 15 Trainingseinheiten durchgeführt.
Ein Punkt, der mir besonders positiv aufgefallen ist, war das schnelle Setup. Beim ersten Training dauert es etwas länger, bis man die Intensitäten für jede Muskelgruppe eingestellt hat. Nach zwei bis drei Trainingseinheiten geht das jedoch deutlich schneller.
Nach einigen Trainingseinheiten konnte ich den Anzug in wenigen Minuten anziehen und direkt mit dem Training starten.
Ein weiteres interessantes Feature ist die Möglichkeit, mehrere Connect-Systeme miteinander zu verbinden. Über die App können mehrere Connect-Boxen gekoppelt werden, sodass auch Gruppentraining möglich ist.
Gerade für Familien oder Trainingspartner kann das eine spannende Möglichkeit sein.
Eaglefit EMS Pro
Der Eaglefit EMS Pro Anzug ist ein klassisches Ganzkörper-EMS-System mit 24 integrierten Elektroden.
Der Trainingsanzug selbst ist im Prinzip identisch mit dem Connect-Anzug, jedoch ohne die zusätzlichen Elektroden für Waden und Unterarme.
Damit werden vor allem folgende Muskelgruppen stimuliert:
- Beine
- Gesäß
- Rücken
- Bauch
- Brust
- Schultern
- Arme
Die Steuerung erfolgt über die Eaglefit-App, in der sich Intensität und Trainingsprogramme individuell einstellen lassen.
Für viele Nutzer reicht dieses klassische Ganzkörper-Setup vollkommen aus, um ein intensives EMS-Training zuhause durchzuführen.
Visionbody EMS
Das Visionbody EMS-System gehört zu den bekanntesten kabellosen EMS-Systemen auf dem Markt.
Der Trainingsanzug verfügt über 24 Elektroden, die verschiedene Muskelgruppen gleichzeitig stimulieren können.
Ein besonderes Merkmal von Visionbody ist das kabellose Design. Die Steuerung erfolgt über eine Smartphone-App, wodurch sich Intensität und Trainingsprogramme direkt über das Smartphone einstellen lassen.
Viele Nutzer schätzen vor allem die hohe Bewegungsfreiheit beim Training.
Da ich dieses System selbst nicht getestet habe, basiert meine Einschätzung auf Herstellerinformationen und öffentlich verfügbaren Erfahrungsberichten.

Antelope Evolution EMS Leggings
Die Antelope Evolution EMS-Systeme verfolgen ein etwas anderes Konzept als klassische EMS-Anzüge.
Statt eines kompletten Trainingsanzugs besteht das System aus einzelnen EMS-Kleidungsstücken mit integrierten Elektroden. Dadurch kann das Training flexibler gestaltet werden.
Es gibt zwei Varianten:
Antelope EMS Shorts
- insgesamt 20 Elektroden
- integriert in eine Trainingsshort
- Ganzkörpertraining möglich
Antelope EMS Leggings
- insgesamt 22 Elektroden
- zusätzliche Elektroden für die Waden
- ebenfalls Ganzkörpertraining möglich
Die Steuerung erfolgt über eine Smartphone-App, über die Intensität und Trainingsprogramme eingestellt werden können.
Durch das modulare System können Nutzer das Training individuell anpassen. Besonders interessant ist das System für Menschen, die EMS-Training stärker in ihr normales Training integrieren möchten.

EMS Bauchtrainer – günstiger Einstieg
Ein EMS Bauchtrainer kann ein guter Einstieg sein, um sich an das Thema EMS heranzutasten.
Gerade am Anfang bekommt man dadurch ein Gefühl dafür, wie sich die elektrischen Impulse auf die Muskulatur auswirken.
Viele Nutzer verwenden einen EMS-Bauchtrainer zusätzlich zum klassischen Bauchtraining, um die Muskulatur intensiver zu stimulieren.
Als alleinige Trainingslösung ersetzt er jedoch kein Ganzkörpertraining.
EMS Geräte vs EMS Studio
Viele EMS-Studios verlangen etwa 20–30 € pro Trainingseinheit.
Wenn man regelmäßig trainiert, kann sich ein eigenes EMS-System relativ schnell lohnen.
Bei einem Gerätepreis von etwa 2000 € liegt die Amortisationszeit ungefähr bei 40–50 Trainingseinheiten.
Danach trainiert man praktisch kostenlos zuhause.
Mein Fazit
EMS-Training zuhause kann eine sehr interessante Ergänzung zum klassischen Krafttraining sein.
Besonders überzeugt haben mich:
- die kurze Trainingsdauer
- das intensive Muskelgefühl
- die Flexibilität beim Training zuhause
Für maximalen Muskelaufbau bleibt klassisches Krafttraining mit Gewichten weiterhin die effektivste Methode.
Für Menschen mit wenig Zeit oder als Ergänzung zum bestehenden Training kann ein EMS-System jedoch eine sehr praktische Lösung sein.
Transparenz
Den EMS-Anzug von Eaglefit habe ich im Rahmen einer Kooperation 12 Wochen als Leihgerät getestet.
Einige der in diesem Artikel erwähnten Produkte habe ich selbst getestet, andere habe ich anhand von Herstellerinformationen und Nutzerbewertungen analysiert.
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Autorenbox
Dirk Vetter – Gründer von Sport-Labor
Ich trainiere seit über 10 Jahren Krafttraining und seit etwa fünf Jahren hauptsächlich im eigenen Homegym. Auf Sport-Labor teile ich meine persönlichen Erfahrungen mit Homegym-Equipment, EMS-Training und effizienten Trainingsmethoden für Menschen mit wenig Zeit.
Mein Homegym besteht unter anderem aus:
- Kurzhanteln
- Klimmzugstange
- Rudergerät
- Walkingpad
- EMS-Systemen
Viele der vorgestellten Geräte teste ich selbst über mehrere Wochen im Alltag.
[…] Wenn du verschiedene EMS-Systeme vergleichen möchtest, findest du hier meinen ausführlichen EMS Geräte Vergleich für zuhause. […]
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